Moin zusammen =)

Heute ist schon wieder „Vatertag“ in diesem Jahr und die meisten von euch waren bestimmt entweder mit dem Rad unterwegs, sei es mit der Familie oder Freunden, oder haben sich vielleicht auch anderen Beschäftigungen gewidmet. Mir selbst war heute zum Beispiel so gar nicht nach weggehen zu Mute, weshalb ich auch die Zeit habe diesen Blogpost zu schreiben. Und dieser soll dem Anlass des heutigen Tages entsprechend ein Thema haben, das mich selbst schon mehr als einmal in meinem Leben betroffen hat.

Die, die mich persönlich kennen, wissen, dass ich seit fast 10 Jahren Halbwaise bin. Ich war kaum 18 Jahre alt, als mein Vater seiner Krebserkrankung erlag und von uns ging. Ich muss manchmal selbst mit dem Kopf schütteln, wenn mir bewusst wird, dass das echt schon 10 Jahre her ist. Ich war damals grade mitten im Abi, hatte das letzte Schuljahr vor der Brust und war ehrlich gesagt zu dieser Zeit auch nicht immer einfach. Wie das halt mit frischen Volljährigen so ist, war ich jedes Wochende unterwegs und habe mich mit meinen Freunden auf Partys herumgetrieben. Natürlich auch nicht immer nüchtern… naja eher niemals nüchtern.

Ich habe in dieser Zeit wohl auch vieles verdrängt oder nicht wahrhaben wollen, was die Krankheit meines Vaters anging, vielleicht war es auch ein gewisser Selbstschutz, ich kann es so genau nicht mehr sagen. Als das Unausweichliche dann aber eintrat, fühlte ich mich richtig, richtig beschissen. Auch in den letzten Tagen hatte ich mich noch mit meinem Vater wegen belangloser Dinge gezofft, ich war halt ein dämlicher Teenager. Erst nach und nach wurde mir wirklich bewusst, dass er nicht mehr da sein würde. Und wie ging ich damit um?

Klar, unsere Streitereien machten mir zu schaffen, ich warf mir selbst vor, dass die letzten Tage doch hätten schöner laufen können. Aber auch wenn das jetzt „kalt“ klingen mag: Ich sagte mir auch, dass ich es nicht mehr ändern kann. Es ist passiert. Und mein Papa wird im Himmel bestimmt auch nicht mehr böse auf mich sein. Er war ohnehin ein herzensguter Mensch, hat sich für jeden eingesetzt und seine ganze Kraft und Energie in seine Familie gesteckt. Er würde nicht wollen, dass ich mich jetzt also selbst fertig mache, nur weil wir uns an seinen letzten Tagen noch gestritten hatten.

Womit ich auch schon zum ersten Rat komme: Macht euch selbst nicht zu große Vorwürfe. Wenn in eurer Familie, eurem Bekannten- oder Freundeskreis jemand stirbt, könnt ihr selbst absolut nichts dafür und noch seltener etwas dagegen tun. Sterben gehört zum Leben dazu, jeden von uns wird es irgendwann ereilen.
Allein das auch unsere eigene Zeit auf Erden endlich ist, sollte euch Grund genug sein, nicht in Trauer zu versinken und euch selbst zu vernachlässigen.

Ich bin am Todestag meines Vaters abends ganz normal zum Fußballtraining gefahren, ich wusste nicht, was es hätte bringen sollen, wenn ich zu Hause geblieben wäre. Das wäre auch mein zweiter Rat: Lebt euer Leben weiter. Grade Freunde und Aktivitäten, die ihr liebt, helfen ungemein dabei, das erlebte zu verarbeiten.

Mein dritter Rat: Behaltet euch die schönen Erinnerungen. Niemand denkt gerne an negative Erlebnisse. Natürlich kann man aus diesen Lernen, aber grade bei Krankheiten oder ähnlichem führen diese Gedanken zu nichts. Erfreut euch also an all den schönen Dingen, die ihr erlebt habt und haltet diese in Ehren.

Nach und vor dem Tod meines Vaters sind auch in meinem Leben noch weitere mir nahestehende Menschen verstorben. Meine Ur-Oma, meine Oma, mein Onkel, meine Tante, der Lebensgefährte meiner zweiten Oma, der Opa und die Mama meiner Frau, ich war für mein Alter von 28 Jahren für meinen Geschmack schon auf zu vielen Beerdigungen. Und dennoch gehe ich nach wie vor mit einem Lächeln durchs Leben. Der Tod gehört zum Leben, niemand von uns wird ihm eins auswischen können. Genießt also die euch gegebene Zeit und lebt euer Leben genauso, wie ihr es leben wollt.

Euer Basti

How to: Wie ich mit meiner Trauer umging

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