Moin zusammen,

ich bin ja schon etwas aufgeregt, schließlich schreibe ich hier grade meinen allersten Blogpost überhaupt. Ich habe früher nicht einmal Tagebuch geführt, geschweige denn sonst irgendwas in diese Richtung gemacht, also bitte seht es mir nach, wenn das hier vielleicht nicht irgendwelchen Vorstellungen oder „Klischees“ für Blogs entspricht. Ich schreibe hier einfach drauf los, mal schauen, was hinterher so draus wird.

Also, worum soll es heute gehen:
Um nichts geringeres als meine persönliche Entwicklung. Wie bin ich so geworden, wie ich heute bin? Wie habe ich mir angewöhnt mir nicht alles zu Herzen zu nehmen? Wie habe ich mir selbst weniger Stress auferlegt und mir jede Menge Ärger über andere erspart?
Nun, die Sache mag einfach klingen, dennoch meint meine Frau immer, dass es gar nicht so leicht umzusetzen ist. Und Sie muss es wissen, schließlich hat Sie die Infos aus erster Hand. Zudem liege ich Ihr dauernd mit dem, was ich hier nun niederschreibe, in den Ohren, Sie solle es doch genau so machen. Was also ist das, was ich Ihr sage und was mich selbst so werden ließ, wie ich heute bin?

Es fing alles vor etwa fünf Jahren an. Ich war grade bei meinem Arbeitgeber in eine neue Position gewechselt und bekam dafür eine einwöchige Fortbildung genehmigt. In dieser einen Woche ging es vor allem um die Grundlagen für meine neue Position, wie ich die Herausforderungen die mich nun erwarteten, am besten meistern kann. Was mich in der Nachbetrachtung aber am meisten beeinflusst hat, da es sich nicht nur auf meine berufliche Situation, sondern auf mein ganzes Leben ausgewirkt hat, ist eine eigentlich eher kleine Sache, die wir auch eher nebenbei behandelt hatten: Die sogenannte A-B-C-D-Welt. Was verbirgt sich dahinter?

Hinter A verbirgt sich alles, was du selbst entscheiden kannst. Was du kaufst oder nicht kaufst, was du tust oder nicht tust – kurzum alles, was du selbst in der Hand hast.
B steht für alles, wo du nach deiner Meinung gefragt wirst, die Entscheidung aber nicht mehr selbst triffst. Ein Kollege fragt dich um Rat, aber ob er diesem dann folgt, entscheidet er. Genauso, wenn du Ratschläge an Freunde oder Familienmitglieder gibst. Du hast hier keinerlei Entscheidungsgewalt, nur deine Meinung ist gefragt.
Teil C dieser Welt steht für die Regeln und Gesetze, die den Rahmen für alles darstellen. Nach deiner Meinung wirst du hier nicht mehr gefragt, es sei denn du bist für die Gesetzgebung oder ähnliches verantwortlich. Neben den Grundgesetzen gehören hier auch die Regeln an deinem Arbeitsplatz und alle sonstigen Vorgaben im Leben dazu.
Und schlussendlich Teil D dieser Welt, das „Weltall des Klagens“. Und genau hier kam für mich die finale Erkenntnis, weshalb ich auch diesem Blog diese Überschrift gegeben habe. Im „Weltall des Klagens“ findet sich nämlich alles wieder, was in A,B oder C keinen Platz hat. Schätzt mal für euch selbst, wie viel Prozent von dem, was euch tagtäglich wiederfährt, wohl im „Weltall des Klagens“ landet.
Nicht erschrecken, diese Zahl ist größer, als Ihr annehmen würdet.

Jeder von uns kotzt sich gerne mal über alles aus und will eigentlich keine Ratschläge oder sonstiges dazu hören. Sich zu beschweren oder sein Leid zu klagen ist quasi Volkssport geworden, bei keiner Bereitschaft daran etwas ändern zu wollen. Denn dann wären wir ja wieder in A. Du selbst bemühst dich dennoch allzu oft der- oder demjenigen zu helfen und gibst Ratschläge zur Verbesserung der Situation. Naja, überlegt nun einfach selbst, wie viel Kraft und Energie ihr hier verschwendet, da die betreffenden Personen nichts an sich oder der Situation geändert haben. Im schlimmsten Fall wird aus dem Ganzen sogar ein Teufelskreis. Leid wird euch geklagt, ihr versucht zu helfen, es wird weiter Leid geklagt, ihr versucht weiter zu helfen und so weiter und so fort. Ihr bringt eure ganze Kraft und Energie auf, doch alles verpufft quasi im Nichts.
Das bringt mich zum Punkt des Ganzen: Kraft und Energie.

Aus logischer Sicht betrachtet sollte ich doch die meiste Kraft und Energie in Bereich A stecken. In Bereich B gebe ich vielleicht noch etwas hinein, aber spätestens bei C sollte ich doch schon keinerlei Kraft und Energie mehr verschwenden, da ich doch Regeln und Gesetze nicht ändern kann. Aber die Realität sieht anders aus, wie ich eben schon kurz beschrieben habe. Tag ein, Tag aus findet man überall Beispiele, die sich mit B, C oder sogar D beschäftigen. Noch eindeutiger wird es, wenn man sich die Unterhaltungen um sich herum anhört bzw. die vor Augen führt, die man selbst tätigt. Nicht selten wird sich hier einfach nur beschwert, aufgeregt oder schlimmer: es wird pausenlos geklagt wie schrecklich alles doch sei. Auch Vorschläge für Änderungen werden hier zuhauf gemacht. Aber ändert sich was deswegen? Nein, da die Entscheidung hierfür nicht bei dir, sondern bei dem liegt, der euch sein Leid klagt. Schwupps, schon hat man Teile seiner Kraft und Energie für etwas verschwendet, was ihr nicht ändern könnt.
Ihr sollt deshalb nicht aufhören euch zu unterhalten und auch Ratschläge sollt ihr weiterhin erteilen und auch Hilfe anbieten. Aber steigert euch nicht in etwas hinein, was aussichtslos ist. Erkennt, wann ihr etwas gut sein lassen solltet.

Fragt euch einmal folgendes: Wenn ich weiß, dass sich alles, was ich nicht selbst entscheide, wahrscheinlich auch nicht ändern wird, warum vergeude ich hier dann noch Energie und Kraft bzw. lasse mich schlimmstenfalls auch noch davon stressen? Wie oft habt ihr euch schon selbst gefragt, warum ihr in dieser Situation jetzt so viel investiert habt und nachher ist doch nichts draus geworden?
Nun, weil ihr es gut gemeint habt.

Ich habe eine gute Nachricht für euch: Erkenntnis ist der erste Weg zur Besserung. Erkennt ihr, wann es sinnvoll ist eure Kraft und Energie einzusetzen, da ihr selbst am Hebel sitzt, habt ihr schon mehr erreicht, als 90% eurer Mitmenschen.
Als mich diese Erkenntnis mit voller Wucht vor den Kopf traf, war es erst einmal schwer zu akzeptieren. Man will sich nicht eingestehen, dass man viel von seiner Kraft und Energie bisher in seinem Leben verschwendet hat. Aber es ist die brutale, ehrliche Wahrheit. 90% seiner Kraft und Energie habt ihr bisher für die Bereiche B,C und D hergegeben und nur 10% für A, für euch selbst. Es sollte andersrum sein. Ihr solltet 90% für euch nutzen und nur 10% für Ratschläge, wenn Ihr nach eurer Meinung gefragt werdet. Für C und vor allem für D solltet ihr nicht ein Fünkchen eurer Kraft und Energie hergeben.
Ich weiß, ich weiß, ich rede schlau daher und habe auch gut reden, dies umzusetzen sei ja wohl gar nicht so leicht.

Stimmt, da ihr schon wieder Kraft und Energie für D aufwendet. Ihr befindet euch schon wieder im „Weltall des Klagens“ und verschwendet eure Power. Hättet ihr diese bereits dafür eingesetzt die Wahrheit, die in meinen Worten steckt, zu akzeptieren, wärt ihr bereits einen Schritt weiter. Denn mit der Akzeptanz fängt alles an. Mit der Akzeptanz schafft ihr euch ein Bewusstsein für die Situation. Ihr nehmt in der Folge wahr, in welcher Zone – A, B, C oder D – ihr euch grade befindet. Und ich verspreche euch, ihr überlegt euch ganz von alleine, wie sinnvoll es jetzt ist eure Zeit, Kraft und Energie einzusetzen, wenn ihr euch nicht in Zone A befindet.

Ich verspreche euch hier kein Allheilmittel, damit ihr nie mehr gestresst, kaputt, genervt oder wütend seid. Auch mir passiert es immer noch, dass ich mich aufrege, gestresst bin oder mit jemandem eine sinnlose Diskussion führe. Der Anteil dieser drei Dinge an meinem Leben ist aber exorbitant geschrumpft.
Heute konzentriere ich mich viel lieber auf mich selbst und auf die Dinge, die ich selbst entscheiden und verändern kann. Und diese Dinge betreffen fast ausschließlich mich selbst.

Schlafe ich seitdem besser, tiefer und zufriedener? Oh ja.
Gehe ich seitdem öfter mit guter Laune aus dem Haus und komme mit dieser auch wieder Heim? Oh ja.
Habe ich seitdem meine Persönlichkeit weiterentwickelt und an mir selbst gearbeitet? Oh ja.
Bin ich auf dem besten Weg die beste Version von mir selbst zu werden? Oh ja.
Bin ich schon da, wo ich sein will? Scheiße, nein (Entschuldigt den Kraftausdruck).

Ich will noch so viel in meinem Leben erreichen. Ich will einen Pick-up-Truck fahren, ich will auf die Malediven, ich will mit einem Wohnmobil um die Welt reisen und ich will mir um Geld keine Sorgen machen müssen. Kurzum ich habe noch so viele Ziele und Träume in meinem Leben, dass ich gar keine Zeit oder Lust habe, noch unnötig Kraft und Energie für B, C oder gar D herzugeben. Denn dann wird das mit diesen Zielen nichts.

Huch, jetzt hab ich doch wirklich deutlich mehr geschrieben, als ich selbst erwartet hatte. Wer ist wirklich bis zum Ende hier geschafft hat: Herzlichen Glückwunsch, du hast den Willen gezeigt, etwas an dir selbst ändern zu wollen. Du bist dir bewusst, dass es so mit dir nicht weitergehen kann. Du hast heute damit den ersten Schritt zu einem zufriedeneren, entspannteren Leben getan. Viel Erfolg beim ausprobieren und bis zum nächsten Mal!

Euer Basti

How to: Wie ich mir selbst ein entspannteres Leben schuf…

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2 Gedanken zu „How to: Wie ich mir selbst ein entspannteres Leben schuf…

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